Ein Datensatz beschreibt, was war. Ein Mensch kann etwas tun, das aus seinen bisherigen Daten nicht folgt. In der Personalarbeit habe ich das oft erlebt: Wer nur nach Lebenslauf entscheidet, bekommt nur das, was schon dokumentiert ist. Manchmal braucht es jemanden, der sieht, was ein Mensch noch werden könnte.
Direktlink zur Frage: Was bedeutet „Wir sind mehr als ein Datensatz“?Fragen, die mich beschäftigen
Über Künstliche Intelligenz, Viktor Frankl, Autorenschaft - und darüber, was wir uns nicht abnehmen lassen sollten.
Ja. Ich habe dieses Buch mit diesem Satz begonnen. Nicht weil die Maschine morgen die Weltherrschaft übernimmt. Meine Angst ist leiser: dass wir anfangen, uns selbst abzuschaffen, lange bevor die Maschine es versucht. Die Frage ist nicht, wie wir KI verhindern. Sondern: Was geben wir ihr gerne ab - und was behalten wir?
Direktlink zur Frage: Haben Sie Angst vor Künstlicher Intelligenz?Die Entscheidungen, an denen ich mich selbst bilde. Recherche lasse ich mir gerne abnehmen. Varianten zeigen auch. Aber irgendwann muss ich sagen: Das glaube ich. Dafür stehe ich ein. Die Maschine kann antworten. Verantworten kann sie nicht.
Direktlink zur Frage: Was möchten Sie der KI nicht abgeben?Über KI selbst: nichts. Er ist 1997 gestorben. Ihn zum KI-Experten zu machen, wäre absurd. Aber er hat sein Leben lang über eine Frage nachgedacht, die heute wieder aktuell ist: Ist der Mensch nur das, was man an ihm messen kann? Seine Antwort war Nein. Zwischen Befund und Entscheidung bleibt eine Lücke. Dort beginnt Freiheit.
Direktlink zur Frage: Warum Viktor Frankl - was kann er uns über KI sagen?Ja, an der Formulierung war KI beteiligt. Das will ich nicht kleiner reden. Meine Gedanken, Erfahrungen und früheren Texte waren die Grundlage. Ich habe ausgewählt, verworfen, umgestellt und am Ende entschieden, wofür ich mit meinem Namen einstehe. Das ist für mich Autorenschaft.
Direktlink zur Frage: Hat KI dieses Buch geschrieben?Weil Gelassenheit nicht heißt, keine Angst zu haben. Frankl hatte Höhenangst und ging klettern. Gelassenheit heißt für mich: Ich nehme die Angst mit und handle trotzdem. Keine Beruhigung, sondern ein Boden.
Direktlink zur Frage: Warum soll dieses Buch gelassen machen?“Die Frage ist nicht, was die KI noch nicht kann. Die Frage ist, was wir ihr nicht abgeben wollen.”
Gedanken vertiefen
Mensch & KI
Material wird ersetzt. Menschen nicht. Wenn meine Arbeit nur darin besteht, Informationen zu suchen und zusammenzufassen, wird KI das übernehmen. Daraus folgt nicht, dass der Mensch weniger wert wird. Vielleicht haben wir unseren Wert zu lange mit Leistung verwechselt.
Direktlink zur Frage: Wird KI den Menschen ersetzen?Sehr viel. Schneller suchen, besser erinnern, in Sekunden formulieren, wofür ich Stunden brauche. Das ist der erste Flügel. Aber Finden ist nicht Auswählen. Auswählen ist nicht Umsetzen. Und Umsetzen ist nicht Verantworten. Mit einem Flügel fliegt niemand.
Direktlink zur Frage: Was kann die KI besser als wir?Wir trainieren unseren Körper, obwohl es Autos gibt. Warum nicht auch unser Denken trainieren, wenn Maschinen uns immer mehr abnehmen? Ein Denkplatz kann klein sein: Eine Stunde ohne Autocomplete. Eine Frage zuerst selbst beantworten. Langeweile aushalten. Nicht weil die Maschine es schlechter könnte. Sondern weil ich es selbst noch können möchte.
Direktlink zur Frage: Was sind Denkplätze?Das Buch & Viktor Frankl
Nicht Selbstaufgabe. Sondern: Für einen Moment bin ich nicht damit beschäftigt, wie ich wirke. Mich nimmt etwas anderes in Anspruch - eine Aufgabe, ein Mensch. Frankl sagt: Erfüllung entsteht nicht, wenn man sie verfolgt. Sondern als Nebenwirkung von Hingabe.
Direktlink zur Frage: Was meinen Sie mit Selbstvergessenheit?Wie dieses Buch entstanden ist
Wenn Autor heißt, jeden Satz allein zu tippen, dann ist dieses Buch anders entstanden als mein erstes. Für mich liegt Autorenschaft auch darin, woher ein Buch kommt. Die Erfahrungen sind meine. Die Haltung ist meine. Ich halte es für ehrlicher, das offenzulegen, als so zu tun, als hätte es die Hilfe nicht gegeben.
Direktlink zur Frage: Sind Sie dann überhaupt noch der Autor?Manchmal ja. Und genau das ist das Experiment. Natürlich verändert ein Werkzeug mein Denken, wenn es mir einen fertigen Entwurf vorlegt. Die KI hat das Schreiben auf sieben Tage verkürzt. Das Denken dahinter waren nicht sieben Tage, sondern Jahrzehnte. Das eine wird sehr billig werden. Das andere nicht.
Direktlink zur Frage: Hat Ihnen die KI nicht das Denken abgenommen?Wenn die sieben Tage die ganze Geschichte wären: zu schnell. Aber sie sind es nicht. Mein erstes Buch hat Jahre gebraucht. Das Material, die Beschäftigung mit Frankl und Führung, war da. KI hat daraus sehr schnell eine neue Form gemacht. Das finde ich faszinierend - und beunruhigend.
Direktlink zur Frage: Warum sieben Tage?Red Bull, Dietrich Mateschitz & ich
Nein. Ich berate Red Bull und Mark Mateschitz. Auf dieser Website, in meinen Büchern und Interviews spreche ich nur für mich - aus meiner persönlichen Erfahrung. Ich kommentiere keine aktuellen internen Vorgänge und gebe keine offiziellen Erklärungen für das Unternehmen ab.
Direktlink zur Frage: Sprechen Sie für Red Bull?Eine große. Ich kam 1995 zu Red Bull und blieb fast drei Jahrzehnte. Dietrich Mateschitz hat mein berufliches Leben stärker geprägt als jeder andere. Dort habe ich erlebt, was Zutrauen bewirken kann. Dass Verantwortung nicht dasselbe ist wie Kontrolle. Dieses Buch ist kein Red-Bull-Buch. Ohne diese Jahre hätte ich es aber nicht so geschrieben.
Direktlink zur Frage: Welche Rolle spielt Red Bull in Ihrem Denken?Ich weiß es nicht. Und ich möchte ihm keine Meinung in den Mund legen. Ich habe ihn als sehr neugierig erlebt, wenn es um neue Möglichkeiten ging, und als jemanden, der Menschen ungewöhnlich viel zugetraut hat. Die Entwicklung junger Menschen war ihm ein Anliegen. Dafür hat er sich stark eingesetzt, vor allem über den Sport. Ich glaube, das Bild von Denkplätzen - analog zu Sportplätzen - hätte ihm gefallen. Mehr würde ich ihm nicht in den Mund legen.
Direktlink zur Frage: Was würde Dietrich Mateschitz heute über KI sagen?